Die kuriosesten Fundsachen auf der Wiesn
Wo getrunken und gefeiert wird, da geht auch hin und wieder der eine oder andere Gegenstand verloren. Bekanntermaßen wird gerade auf dem Oktoberfest in besonderem Maße der Gerstensaft genossen und das Tanzbein geschwungen. Kein Wunder also, dass jährlich über 4.000 Fundsachen im eigens dafür eingerichteten Wiesn-Fundbüro abgegeben werden. Das macht täglich um die 250 Wertsachen, die ihrem Besitzer während der Karusselfahrt, dem Prosit der Gemütlichkeit oder dem allgemeinen Wiesn-Gedränge abhanden gekommen sind.
Vom Geldbeutel bis zum Dackel ist alles dabei
Neben den Klassikern Ausweise, Kleidungsstücke und Schüsselbunde tummeln sich hier und da auch ganz besondere Kuriositäten. So wäre es schon ganz interessant zu erfahren, wie sich beispielsweise der Verlust eines Rauhaardackels oder einer Beinprothese zugetragen hat. Ins Schmunzeln gerät man auch, wenn man hört, dass zu den Wiesn-Fundstücken auch schon ein Dirndl, ein Rollstuhl und eine Tuba zählten. Nicht ganz so selten unter den Fundsachen sind Hörgeräte, Gebisse oder Eheringe. Gerade bei Letzterem könnte einem jedoch der Gedanke kommen, ob dieser im Zuge einer Wiesn-Liebschaft nicht vielleicht sogar absichtlich entsorgt wurde. Don´t drink and drive dachte sich wohl der Besitzer eines Segways im Jahr 2013 und ließ dieses kurzerhand auf dem Oktoberfestgelände stehen. Sicherlich unabsichtlich verlegte ein Oktoberfest-Besucher 2012 einen handsignierten Playboy. Bei einer Nachricht zum Haftantritt kann man sich nicht ganz so sicher sein, ob der Verlust versehentlich oder absichtlicher Natur war. Hört man von den Fundsachen Gartenzwerg, Kunstskulptur oder Tennisschläger wäre es teils auch interessant zu erfahren, welche Gegenstände sich denn noch so im Gepäck der Oktoberfest-Besucher verbergen.
Nur 20 Prozent der Fundsachen werden wieder abgeholt
Wenn auch Ihr etwas auf dem Oktoberfest verloren habt, dann rät Euch das Wiesn-Fundbüro, erst einmal noch ein wenig mit dem Gang zur Sammelstelle zu warten. Die meisten Wertsachen werden erst ein bis zwei Tage nach dem Verlust abgegeben. Im Fundbüro auf der Theresienwiese werden die Wertsachen dann ein paar Tage aufbewahrt, ehe sie an das Haupfundbüro der Stadt München weitergegeben werden. Verloren gegangene Ausweise werden an die Heimatgemeinde bzw. bei ausländischen Besuchern an die Konsulate oder Botschaften des jeweiligen Heimatlandes geschickt. Smartphone-Besitzer werden versucht über die Mobilfunkanbieter zu ermitteln. Nicht aufbewahrt wird übrigens komplett verdreckte Kleidung. Diese wird unabhängig der Marke direkt vernichtet. Insgesamt werden jährlich im Schnitt nur lediglich 20 Prozent der Wertsachen wieder abgeholt. Was bis Anfang Februar noch übrig bleibt wird vom Fundbüro versteigert. Wir hoffen, dass gerade Besitzer von Grauhaardackeln oder Beinprothesen nicht ganz so lange warten.